Die Betreuungsvereinbarung für Doktorand*innen und Postdocs an den deutschen Hochschulen. Inhalte, Problematik und Konfliktmanagement.

THESIS-WEBINAR: Di., 7.7., 16.00, 60-70min.

Referentin: Claudia S. Dobrinski, Moderation: Markus Gyger, Mitglieder des Thesis-Vorstandes

Die Betreuungsvereinbarung für Doktorand*innen und Postdocs an den deutschen Hochschulen.

Inhalte, Problematik und Konfliktmanagement.

Impulsvortrag – Diskussion, best practise Beispiele, Lösungsansätze

Seit einigen Jahren sind sogenannte Betreuungsvereinbarungen an den Hochschulen eingeführt. Die Vereinbarung wird vermehrt vor Beginn der Qualifikationsphase eingefordert, z.B. in Zusammenhang mit einem Anstellungsvertrag oder zu Beginn eines Stipendiums.

Die darin festgehaltenen Hauptpunkte für den sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchs und ihrer betreuenden Person(en) (Doktorvater/-mutter usw.) sind:

  • Der Zeitrahmen der Qualifizierungsarbeit, der Forschungsarbeit
  • Die Nennung der Personen: Betreute/r und Betreuende/r
  • Festlegung zwischen Betreuten und Betreuenden:

Die Art, Häufigkeit, Regelmäßigkeit der Treffen und die Unterstützungsansätze/-möglichkeiten vonseiten des Betreuenden, beispielsweise Schulungen, Konferenzfahrten

  • Eventuell zusätzlich genannte, fach-/forschungsrelevante bzw. -bedingte Maßnahmen und Vereinbarungen,
  • Das Konfliktmanagement: Nennung der Kontaktpersonen bzw. zugewiesene Institutionen an der Hochschule

Im Kleingedruckten wird darauf verwiesen, dass diese Vereinbarung kein Vertrag ist, es ist also letztendlich eine Verlautbarung des guten Willens beider Parteien. Wenn alles wie gewünscht abläuft, ist die Idee der Vereinbarung mustergültig.

Vergleicht man aber so eine Vereinbarung mit dem Ablauf des oft unplanbaren, persönlichen Lebensweges (beider Parteien!), so birgt jeder dieser genannten Hauptpunkte eine Problematik, die leider nicht allzu selten zum Abbruch der Qualifikationsarbeit führt.

Und dabei sind die meisten Konfliktpunkte bekannt bzw. bereits vorprogrammiert. Abgesehen von den persönlichen, hierarchisch komplizierten Beziehungen beider Parteien bergen Familienplanung, Hochschulwechsel des/r Betreuenden, Krankheit, finanzielle Engpässe, ungeahnte Krisen wie Corona, aber auch Überforderung, Motivationsverlust und Interesselosigkeit einen Zündstoff, der sich oftmals erst langsam bemerkbar macht und auf einmal unkontrolliert eine Eigendynamik entwickeln kann. Ursachen und Auswirkungen, die, das sei betont, auf beiden Seiten zum Tragen kommen.

Das Konfliktmanagement an den Kontaktstellen allerdings, zumeist von sogenannten Omboudsmännern und -frauen ausgeführt, der Hochschulen zeigt erhebliche Schwächen: neben der eigenen dienstlichen Abhängigkeit und der hierarchischen Stellung dieser Kontaktpersonen, der fehlenden psychologischen Ausbildung kommt hinzu, dass diese Aufgabe dadurch eher unbeliebt ist, und zudem beiden Konfliktparteien nicht gerecht wird.

  • Diese existierende Ausgangssituation soll in dem Thesis-Webinar diskutiert werden. Erfahrungsaustausch und Lösungsansätze können zu einem Leitfaden führen, der dem Handlungsbedarf Rechnung trägt.
Termin
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Referent*innen

Claudia S. Dobrinski

Mein Name ist Claudia S. Dobrinski und seit Mai 2020 bin ich Mitglied des Vorstandes von THESIS e.V.

Meine Aufgabe umfasst neben den Vereinsaufgaben, die sich der Vorstand teilt - wie Mitgliederbetreuung, Newsletter oder die Ausrichtung unseres nächsten Bundesauschuss-Treffens - vor allem den Bereich Kooperationen.

Eine Herzenssache für mich als Projektleitung ist die Durchführung der leider coronabedingt (geplant war 16.Mai 2020) verschobenen Tagung: Das Symposion für Promovierende und Promovierte. Geplant: mit der MV im Frühjahr 2021.

Kooperationen, Austausch, Veranstaltungen, online-Events: Das sind meine Schwerpunkte in der Thesis-Vereinsarbeit um Thesianer und Thesianerinnen in ihrer Vielfalt zusammen zu bringen und sie thematisch für einander zu sensibilisieren.

Mein Fokus liegt hier auf den hochschulpolitischen Themen: Betreuungsvereinbarung, Graduiertenzentren und Externe Promovierende.

Mein Studium der Kunstgeschichte, Klassischer und Christlicher Archäologie, Vor- und Frühgeschichte, Geschichte, Byzantinistik und Theologie habe ich mit dem Magister an der WWU Münster abgeschlossen.

Fünfzehn Jahre archäologische Ausgrabungstätigkeit und Arbeit in der (Boden-) Denkmalpflege, eine mittelalterliche Klosteranlage als Forschungs- und Dissertationsprojekt und die Mitarbeit an einigen Publikationen (als Herausgeberin und auch beispielsweise als Bearbeiterin lateinischer Texte) führen dazu, dass ich gerne den Dingen buchstäblich auf den Grund gehe und die Zusammenhänge verstehen möchte.

Markus Gyger

Mein Name ist Markus Gyger. Ich habe 2013 in der Biophysik promoviert. Jetzt arbeite ich als freiberuflicher Trainer und Coach und vermittle angehenden Führungskräften, wissenschaftlichem Nachwuchs und Betriebsräten die nötigen Soft Skills für eine erfolgreiche Karriere: vor Publikum souverän und selbstsicher auftreten, die Arbeit effektiv organisieren und Meetings so gestalten, dass etwas dabei herauskommt. Beim THESIS e.V. bin ich seit Ende 2014 dabei. In den drei Jahren vor meiner Amtszeit im Vorstand war ich Referent für Kooperationen.

Im Rahmen meiner Tätigkeit für diverse Graduierteneinrichtungen und Forschungsinstitute muss ich leider immer wieder feststellen, dass die meisten Doktorand*innen den Verein gar nicht kennen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir als Verein dieser Entwicklung mit einem interessanten inhaltlichen Angebot entgegenwirken können. Mit dieser Idee im Hinterkopf habe ich dabei mitgewirkt, das Symposium, das ja leider wegen der aktuellen Corona-Krise verschoben werden musste, auf den Weg zu bringen.

Als Mitglied des Vorstandes werde ich versuchen, durch Kooperation und Austausch –beispielsweise mit den Promovierendenräten der Universitäten, den Graduiertenschulen und anderen Vereinigungen und Initiativen – das Netzwerk und die Bekanntheit des Vereins weiter auszubauen. Die Webinar-Reihe, die im Juni 2020 angelaufen ist, stellt ein weiteres Projekt dar, mit dem wir uns als Verein auch öffentlich präsentieren können. Wenn du Interesse hast, selbst als Referent oder als Moderator ein solches Webinar zu gestalten, melde dich gerne bei mir. Auch Anregungen und Ideen für spannende Inhalte sind herzlich willkommen.

Eine der Hauptaufgaben des Vorstandes in einem ehrenamtlich organisierten Verein wie THESIS sehe ich darin, die Mitglieder so gut wie möglich in ihrem Engagement zu unterstützen. Wenn du dich also einbringen willst, wenn du politisch oder organisatorisch für den Verein aktiv werden willst oder Ideen für weitere Projekte hast, dann zögere bitte nicht, dich bei mir zu melden.

Kontakt: Markus [dot] Gyger [at] thesis [dot] de

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