Vortrag Andrea Contursi: Der „Kollektivplan“ und der Wiederaufbau Berlins, 1945-1950, Ort: Berlin

Zwischen funktionalistischer Stadtplanung, Bauhaustradition
und dem angestrebten Ziel einer sozialistischen „Neugestaltung des Lebens“

Im Kontext der Planungs- und Architekturgeschichte der Nachkriegszeit spielt das Berliner Hauptamt für Planung II unter der Leitung des Architekten Wils Ebert (das sogenannte „Planungskollektiv“) mit seinem „Kollektivplan“ für den Wiederaufbau Berlins eineherausragende Rolle: Das durch den Kollektivplan angestrebte planerische Ziel bestand in der Beseitigung der alten „Mietkasernenstadt“ mit ihren überfüllten und schlecht besonnten Arbeiterwohnungen und in dem Wiederaufbau Berlins nach dem Modell einer „aufgelockerten und aufgegliederten Stadt“ mit dezentralen Einrichtungen und konstanter Einwohnerdichte (etwa 250 Einwohner/ha).
Hinsichtlich der, bei den meisten stadtplanerischen Fachkreisen heutzutage stark verbreiteten Diskreditierung der Planungsmethoden der klassischen Moderne bietet sich die Gelegenheit, eine neue kritische Beurteilung des Phänomens „funktionalistische Stadtplanung“ zu erarbeiten.
Bei dieser Arbeit wird grundsätzlich die folgende Frage gestellt:Welche planungswissenschaftlichen Methoden und baugestalterischen Prinzipien wurden – unter dem Einfluss der funktionalistischen Stadtplanung und der Bauhaustradition – von den Verfassern des Kollektivplans benutzt, und - zuletzt - in wie fern waren sie zu einer bestimmten politischen Vorstellung verpflichtet?
Aufgrund umfangreicher Archivalien, der vorhandenen Fachliteratur und nicht zuletzt einiger bisher unveröffentlichten Dokumente, soll die Entwicklung des Planungskollektivs und dessen Planungen während der fünf Jahren seines Bestehens (1945-1950) im Laufe der Forschungsarbeit neu beleuchtet werden.
Fernziel der Dissertation ist es, die Gelegenheit für eine kritische Gegenüberstellung zwischen dem, heute oft unkritisch allgemein etablierten Stadtplanungsleitbild der traditionellen, normalerweise aus der Gründerzeit stammenden geprägten „Kompaktstadt“ und der jetzt verachteten Vision der „aufgelockerten“ Stadt zu schaffen.
Zeit:

20h

Ort:

TU Berlin
Franklinstrasse 28/29
Raum FR 6510 (6. Stock)
U2 bis Ernst-Reuter-Platz oder Bus 245 bis Marchbrücke

Karte siehe http://tinyurl.com/yxz3yh

Termin
Veranstalter