Hamburger THESIS-Treffen

Liebe ThesianerInnen und Interessierte!

Das nächste Treffen der hamburger THESIS-Gruppe findet am 21. Februar um 18:30 Uhr statt im:

Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH)
Beim Schlump 83
20144 Hamburg
im Raum 02/016 "MPS-Raum", zweiter Stock

Das Institut liegt direkt an der Haltestelle "Bundesstrasse" der Buslinie 115.
(Sollte die Eingangstür nicht mehr offen sein, meldet euch unter: 0173/8374699)

Carsten Kaven hält einen Vortrag zum Thema:

China 1978 – Startpunkt einer Transformation

Verfolgt man die Berichterstattung in den Medien über die Entwicklungen in der Volksrepublik China, so scheint ihr Wandel zu einer so genannten „sozialistischen Marktwirtschaft“ eines der bestimmendsten Themen der Gegenwart zu sein. Ein Blick auf die gängigsten ökonomischen Indikatoren des Landes stützt diese Ansicht. Diese aktuelle Situation ist Ausdruck eines Prozesses, der, folgt man der Literatur über Reformen und Modernisierung in der Volksrepublik, Ende der siebziger Jahre begonnen hat. Es wird sogar ein einzelnes Jahr genannt: 1978. In diesem Jahr konnte sich die von Deng Xiaoping geführte Fraktion der Reformer innerhalb der KP Chinas im Zentralkomitee sowohl personell als auch in wichtigen Sachfragen gegen ihre Widersacher durchsetzen. Aus der Sicht der Akteure war dieser Weg jedoch nicht als ein Weg in den Kapitalismus gemeint, sondern – wie es der Begriff der „sozialistischen Marktwirtschaft“ ausdrückt – als eine Weiterentwicklung und Modernisierung des erreichten Standes einer sozialistischen Gesellschaft.
Dieser Zeitpunkt der Durchsetzung der Reformpolitik soll Anlass einer Analyse sein. Es soll nachvollzogen werden, ob dieses Ereignis als eine bewusste Entscheidung beteiligter Akteure zu beschreiben ist oder ob vielmehr strukturelle Spannungen und daraus resultierende längerfristige Tendenzen die maßgeblichen Triebkräfte waren. Die Frage kann auch folgendermaßen formuliert werden: Wie lässt sich der Beginn der Reformen in der VR China Mitte/Ende der 1970er Jahre als ein Ereignis analysieren, das innerhalb eines Spannungsfeldes von bewussten Entscheidungen und Machtkämpfen einerseits und den Zwängen längerfristiger Tendenzen und Prozesse andererseits zu verorten ist? Es geht also um das Modell einer spezifischen historisch-gesellschaftlichen Konstellation; um das Aufzeigen der bestimmenden Elemente dieser Konstellation und damit der maßgeblichen Kräfte, die zum Ereignis der Durchsetzung der Reformpolitik in der Volksrepublik China geführt haben.

Der Schwerpunkt des Vortrages soll bei der Fragestellung und dem methodischen Ansatz der Analyse liegen. Die Arbeit baut dabei auf einer abgeschlossenen soziologischen Dissertation auf, die den Zusammenhang der Begriffe sozialer Wandel und Macht zum Gegenstand hatte. Es geht demnach um die Anwendung theoretischer Überlegungen im Rahmen einer Fallstudie.

Im Anschluss an den Vortrag gibt es ab 20:00 Uhr wie immer noch reichlich Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch im "GEO 53", Beim Schlump 53.

Bitte sagt kurz Bescheid, ob ihr kommt, damit wir einen Tisch reservieren können.

Wir freuen uns auf euch!

Eure hamburger Gruppenleitung

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